* Die Trinkwasserqualität hat oberste Priorität

Das WESt hat die Grundwasserbrunnen nach Rückständen von Chlorothalonil untersucht

In zwei von vier Pumpwerken des WESt wurden Rückstände eines Fungizids festgestellt. Das WESt erarbeitet mit dem Amt für Verbraucherschutz Zug Massnahmen. Das Trinkwasser kann bedenkenlos konsumiert werden.

Das Wasser- und Elektrizitätswerk Steinhausen (WESt) bezieht das Trinkwasser für die Versorgung der Steinhauser Bevölkerung aus dem Pumpwerk Uerzlikon (Kt. Zürich), aus den drei Pumpwerken Zimbel, Höfe und Oberwald in Steinhausen sowie zu einem Teil vom Versorgungsnetz der WWZ. Durch regelmässige Laboruntersuchungen wird die Qualität des Trinkwassers überwacht. In den letzten Monaten haben die Lebensmittelkontrolle und die Wasserversorger des Kantons Zug das Zuger Trinkwasser grossflächig auf die wichtigsten Rückstände von Chlorothalonil untersucht. Dabei handelt es sich um ein seit den 1970er-Jahren und bis Ende 2019 in der Landwirtschaft eingesetztes und mittlerweile verbotenes Fungizid. Bei diesen Kontrollen wurden in zwei Steinhauser Grundwasserbrunnen Chlorothalonil-Rückstände nachgewiesen. Betroffen sind die Pumpwerke Zimbel und Uerzlikon. In beiden Brunnen wurden die Höchstwerte überschritten.

Das Trinkwasser kann weiterhin getrunken werden
Trotz der Belastung mit Rückständen von Chlorothalonil kann das Trinkwasser bedenkenlos konsumiert werden. Das Wasser aus den Pumpwerken Zimbel und Uerzlikon
vermischt sich im Netz und im Reservoir mit dem Wasser aus den Filterbrunnen Höfe und Oberwald sowie dem zugekauften Wasser von der WWZ AG. Bei diesen drei Ein-
speisungen liegt die nachgewiesene Konzentration von Chlorothalonil-Rückständen unter dem Höchstwert. Diese Vermischung ändert aber je nach Verbrauch und
Tageszeit. Deshalb kann keine Aussage über die Konzentration der Rückstände an einzelnen Entnahmestellen im Trinkwassernetz gemacht werden.

Jegliche Rückstände sind unerwünscht
Die Belastung mit Chlorothalonil-Rückständen stellt für die Bevölkerung keine Gefahr dar. Dies wird vom zuständigen Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) wie auch von den Zuger Behörden bestätigt. Der gesetzliche Höchstwert wurde vom Bund nicht auf toxikologischer Basis, sondern aufgrund des Vorsorgeprinzips festgelegt. Das Trinken von Hahnenwasser ist in Steinhausen deshalb nach wie vor sicher. Rückstände jeglicher Art sind im Trinkwasser aber unerwünscht, seien sie toxikologisch relevant oder nicht.

Messungen werden fortgeführt
Das WESt arbeitet eng mit den kantonalen Behörden zusammen. Zusammen mit dem kantonalen Amt für Verbraucherschutz werden Massnahmen erarbeitet, um die Qualität
der Trinkwasserversorgung zu gewährleisten. Die Messungen in den verschiedenen Pumpwerken werden regelmässig fortgeführt, damit zeitnah Massnahmen ergriffen werden können, sollte dies nötig sein. Die Bevölkerung wird über die Messresultate informiert.

Trinkwasser das streng kontrollierte Lebensmittel
Trinkwasser ist das Lebensmittel Nummer Eins und unterliegt der Lebensmittelgesetzgebung. Zur Überwachung der chemischen und bakteriologischen Qualität des Wassers entnimmt das WESt dem Leitungsnetz jährlich mehrere Dutzend Proben, die vom Kantonalen Amt für Verbraucherschutz analysiert werden. Die Ergebnisse sind auf der nationalen Informationsplattform www.trinkwasser.ch publiziert.

Einstufung von Chlorothalonil
Seit Januar 2020 ist die Verwendung von Chlorothalonil in der Schweiz verboten und das BLV hat, gleich wie die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (European Food Safety Authority EFSA) in der EU, Chlorothalonil bezüglich
Kanzerogenität in die Kategorie 1B eingestuft. Damit gelten seither automatisch alle Abbauprodukte von Chlorothalonil als relevant und unterliegen dem Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter. Aufgrund dieser neuen Ausgangslage haben die Lebensmittelkontrolle und die Wasserversorger des Kantons Zug im Jahr 2021 das Zuger Trinkwasser erneut grossflächig auf die wichtigsten Rückstände von Chlorothalonil untersucht.

Warten auf Gerichtsentscheid
Welche Massnahmen ergriffen werden müssen, hängt von einem Gerichtsentscheid ab. Zur Einstufung der Kanzerogenität von Chlorothalonil und der damit verbundenen
Frage, ob die Abbauprodukte als relevant gelten, ist beim Bundesverwaltungsgericht ein Verfahren hängig. Dieser Entscheid muss abgewartet werden. Unabhängig vom
Urteil des Bundesverwaltungsgerichts verfolgen die Wasserversorgungen und das WESt das Ziel, die Konzentration dieser Abbauprodukte im Trinkwasser so weit wie möglich zu senken.


Das Fungizid Chlorothalonil:
Rückstände des Fungizids Chlorothalonil im Trinkwasser beschäftigen die Schweizer Wasserversorger seit mehreren Jahren intensiv. Das Pflanzenschutzmittel wurde seit den 70er-Jahren in der Landwirtschaft legal eingesetzt. Dessen Abbauprodukte (Metaboliten) können ins Grundwasser gelangen. Ende Juni 2019 hat das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) auf der Basis einer Neubeurteilung einzelne Abbauprodukte des Pflanzenschutzmittels Chlorothalonil als relevant und damit potenziell gesundheitsgefährdend eingestuft. Diese Abbauprodukte unterliegen dem gesetzlichen Höchstwert von 0.1 Mikrogramm pro Liter, welcher im Trinkwasser nicht überschritten werden darf. Im Kanton Zug wurden deshalb im Jahr 2019 flächendeckend Messungen vorgenommen. Damals wurden in den vier Steinhauser Pumpwerken keine der damals relevanten Rückstände gefunden.

Datum der Neuigkeit 1. Juni 2021
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Gedruckt am 21.09.2021 20:17:11